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Liebe Leserinnen und Leser,

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt... Doch welche Lichter brennen, ist heute gar nicht mehr so eindeutig: das LED-Lämpchen oder eine echte Kerze – da scheiden sich in der Vorweihnachtszeit die Geister. Was dem einen sein stimmungsvoller Adventskranz, ist dem anderen heutzutage der LED-geschmückte Vorgartenbaum. Eins aber bleibt gleich: Die alljährliche Herausforderung, die Vorweihnachtszeit  nicht als Hektik und Stress zu erleben, sondern als eine Zeit der Vorfreude, der freudigen Erwartung auf die Weihnachtsfeiertage.

Warum noch Weihnachten feiern? fragt Georg Kühlewind in einem Buch zum Thema (Georg Kühlewind: Weihnachten. Die drei Geburten des Menschen. Stuttgart 1990, 2. Aufl.). Aus Tradition, aus Behaglichkeit, aus materiellen Interessen? Diesen Antworten stellt er seinen Begriff einer Feststimmung gegenüber, der nicht Sentimentalität bedeutet, sondern auf innere Umwandlungsprozesse hin zielt, für die die Christgeburt das Sinnbild darstellt. Die Oberuferer Weihnachsspiele, die an den Waldorfschulen jedes Jahr vor Weihnachten aufgeführt werden, wirken in diesem Sinne. Wir wünschen ihnen also zahlreiche BesucherInnen!

Und Ihnen wünscht das Newsletter-Team eine besinnliche und schöne Vorweihnachtszeit!

3 Fragen an... Marion Rocca

1. Was genau ist Ihre Aufgabe in der Waldorfwelt?
Ich arbeite seit vier Jahren im Sekretariat der Erziehungskunst. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist die Organisation des gesamten Redaktionsbüros, von der Korrespondenz bis zum Workflow aller eingegangenen Beiträge. Des Weiteren obliegt mir die Honorarabrechnung der Autoren und die Pflege der Autorendatenbank.
Seit dem Frühjahr dieses Jahres unterstütze ich außerdem noch die Buchhaltung des Bundes bei den Reisekostenabrechnungen.

2. Woran arbeiten Sie gerade?
Zur Zeit arbeite ich an der Januar- und Februar-Ausgabe der Zeitschrift Erziehungskunst.

3. Wie sieht Ihre Zukunftsvision für die Waldorfpädagogik aus?
Ich wünsche mir, dass mit den alten Vorurteilen gegenüber den Waldorfschulen endlich aufgeräumt wird. Die Waldorfpädagogik muss verstärkt nach außen getragen werden, damit möglichst viele Kinder die ganzheitliche Pädagogik erfahren können. Es ist heute wichtiger denn je, die Begabungen und Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes so zu fördern, dass die Stärken erkannt und ausgebaut sowie die Schwächen gefördert werden. Die Urteilsfähigkeit eines jeden Kindes wird dadurch gestärkt. Des Weiteren hilft die Waldorfpädagogik dabei, dass wir selbstständig denkende und handelnde Menschen ruhigen Gewissens in die heute so leistungsorientierte Arbeitswelt entlassen können.

Anruf in: Flensburg – Die nördlichste Waldorfschule

Freie Waldorfschule Flensburg
Oberstufenlehrer Achim Langer
Lucia-Singen

(CU) In idyllischer Lage in alten Obstgärten und mit Blick auf die Flensburger Förde liegt die Freie Waldorfschule Flensburg – sie ist die nördlichste der deutschen Waldorfschulen. Im vergangenen Jahr hat sie ihr 30-jähriges Schuljubiläum gefeiert, ein Kollegium, das sehr lange zusammenarbeitet, ist eines ihrer Markenzeichen. Was es sonst noch Besonderes in Flensburg gibt, berichtet Achim Langer, Oberstufenlehrer für Kunst und Geografie.

Guten Tag, Herr Langer! Flensburg als „Nordlicht“ unter den Waldorfschulen – was bedeutet das genau für Sie?

Langer: Bei uns hier in Flensburg ist die Stadtgrenze auch die Landesgrenze zu Dänemark. Das heißt, hier sind schon skandinavische Einflüsse deutlich zu spüren. Früher hatten wir z.B. auch eine Lehrkraft für Dänisch. Wir fühlen uns Skandinavien sehr verbunden, das merkt man zum Beispiel gerade in diesen Tagen beim Lucia-Singen am 13.12. Da ziehen die SängerInnen der fünften Klasse durch das dunkle Schulhaus und bringen mit ihrem Licht und ihrem Gesang eine wunderschöne Adventsstimmung in die Schulgemeinschaft. Die Türen der Klassen stehen dann alle offen und ein Moment der Stille, des Lauschens tritt ein. Die unmittelbare Meernähe führte auch dazu, dass wir uns einen alten Traditionssegler, ein Lüttfischer Elbboot,  haben renovieren lassen, auf dem die SchülerInnen der Mittelstufe in kleinen Gruppen segeln lernen können und in der Winterzeit an der Wartung des Schiffes arbeiten.

Vom Rest von Deutschland aus betrachtet ist das eine Lage eher an der Peripherie. Macht sich das auch bemerkbar, wenn Sie Lehrerstellen zu besetzen haben?

Langer: Bis jetzt nicht, wir hatten bisher wenig Probleme mit der Lehrergewinnung. Das liegt sicherlich auch an unserem Kollegium, das lange zusammenarbeitet und von daher auch eine Zugkraft für neue Kollegen hat. Wir haben auch eine größere Zahl von PraktikantInnen (ca. 20 pro Jahr), die nicht nur von den Waldorflehrerseminaren stammen, sondern auch von den Universitäten in  Flensburg und Kiel. Sie absolvieren ihr Orientierungspraktikum oder ihr Assistenzlehrerpraktikum bei uns. Die Suche nach neuen Wegen und Konzepten des Unterrichtens führt die jungen Leute zu uns. Damit werden sie gleichzeitig zu Multiplikatoren an ihren Hochschulen, was auch zum Abbau von möglichen Vorbehalten der Waldorfpädagogik gegenüber führt bzw. ihre Kenntnisse darüber verbessert.

Und womit befassen Sie sich als Kollegium derzeit?

Langer: Als Oberthema kann man das Neuergreifen der Menschenkunde nennen. In der Oberstufe arbeiten wir gerade daran, eine Balance zu finden zwischen den staatlichen Prüfungsanforderungen und den Bedürfnissen, die sich aus der Waldorfpädagogik für die Entwicklung der SchülerInnen ergeben. Außerdem ist die Inklusion für uns ein wichtiges Thema, zumal wir einen eigenständigen Förderzweig bis zur zwölften Klasse haben. Da stellt sich uns jetzt die Frage, welchen individuellen Weg wir nehmen wollen. Die Landesarbeitsgemeinschaft hat in Zusammenarbeit mit dem Ministerium gute Arbeit geleistet und ist zu förderlichen Ergebnissen gekommen, die uns Freiräume ermöglichen.

Wenn ich da mal nachfragen darf – Neuergreifen der Oberstufe und der Menschenkunde – warum ist das notwendig?

Langer: In Kürze sei dazu gesagt, dass wir bei den Einschulungsgesprächen und in den unteren Klassen feststellen, dass viele Kinder einerseits sehr sinnesoffen sind und andererseits Schwierigkeiten damit haben, sich mit ihrem Leib zu verbinden. Diesen Vorgang  gilt es grundsätzlicher, tiefer und im Hinblick auf jeden einzelnen Schüler zu verstehen. Deswegen bearbeiten wir dieses Thema mit unserem Schularzt zusammen. Als ein wichtiges Ergebnis dieses Prozesses ist das Klassenhelferseminar zu nennen, das auf Initiative unseres Schularztes, Dr. Hadamovsky, gebildet worden ist. Da werden Eltern von Kollegen geschult, um anschließend in den Klassen tätig zu werden. Diese Unterstützung können wir uns nicht mehr wegdenken. 

In der pädagogischen Konferenz arbeiten wir in kleinen Gruppen, um so die Vortragsinhalte stärker mit der Unterrichtssituation zu verknüpfen. Dadurch kommen wir leichter zu einem Austausch und ins Gespräch und das Plenum kann anschließend mit vielen unterschiedlichen Gesichtspunkten bereichert werden.  Dabei sind Beobachtungsaufgaben ein wichtiges Hilfsmittel, um konkret zu werden. So versuchen wir, den immer individueller werdenden SchülerInnen gerecht zu werden.

Das Thema würde man jetzt eher im großstädtischen Umfeld ansiedeln als in Flensburg mit seinen 80.000 Einwohnern. Da geht man davon aus, dass das Leben eher noch in traditionellen Bahnen verläuft...

Langer: Das kann man so nicht sagen, diese Herausforderungen bestehen bei uns auch und wir müssen neue Formen des Lernens, eben individuellere Formen, finden. Die Kunst spielt dabei eine große Rolle. Wir haben in der Oberstufe die sog. Ensembles entwickelt (Eurythmie, Chor, Orchester, Foto Malerei, Chemie); das sind vertiefende, klassenübergreifende Fächer, die die Schüler frei wählen können.

D.h. Sie und Ihre KollegInnen bemühen sich um mehr selbstbestimmtes Lernen, kann man das so sagen?

Langer: Es geht grundsätzlich um die Frage: woran fängt der Schüler Feuer, was interessiert ihn tiefer, womit verbindet er sich, wofür übernimmt er Verantwortung? Besonders erwähnenswert ist in dieser Hinsicht unsere Beleuchtungs-AG, die sämtliche anfallenden, vielfältigen Arbeiten in Eigenregie durchführt und auf einem hohen Niveau tätig ist. Dazu gehört auch die zweijährige Einarbeitung neuer Mitglieder. In diesem Zusammenhang sollte auch unsere Schülerputzfirma genannt werden, die unter Anleitung schon seit vielen Jahren große Bereiche unserer Schule selbständig pflegt. 

Und wie nehmen die Eltern der Schule das auf?

Langer: Bei uns sind die Vertreter des Elternrates in allen Konferenzen, auch in der internen und der Schulführungskonferenz vertreten. Wir suchen in den Fragen, die gerade angesprochen wurden, die Zusammenarbeit mit den Eltern und ihr Verständnis.

Das klingt alles sehr harmonisch und schön. Gibt es auch etwas, worüber Sie sich Sorgen machen an der Schule?

Langer: Die materielle Basis ist immer wieder Gesprächsgegenstand mit dem Kultusministerium. Unsere letzte landesweite Aktion diesbezüglich hieß "80 plus" um mehr als 80 Prozent Zuschüsse zu erreichen. Jetzt wurden zwar die Beiträge für die Förderkinder erheblich verbessert, aber dennoch gibt es auch weiterhin die Diskussion um die finanzielle Ausstattung der Schulen. Ein zweites Thema, mit dem wir uns befassen, ist der Generationswechsel, der in unserem Kollegium ansteht. Viele KollegInnen haben vor 25 oder 30 Jahren hier angefangen, da waren wir alle Ende zwanzig oder Anfang dreißig.

Und was unternehmen Sie dafür genau?

Langer: Erstmal haben wir damit begonnen, uns konzeptionell damit zu beschäftigen, denn das Thema kommt erst in den nächsten fünf Jahren auf uns zu. Wir wollen frühzeitig versuchen, die Lücken, die sich in Zukunft ergeben werden, durch Neubesetzungen und Einarbeitungen aufzufangen.  

Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg dabei und bedanken uns für das Gespräch!

Weihnachtsstimmung auch mit LED-Lämpchen?

(CU) Kerzenschein, Duft von Tannennadeln und Lebkuchen – kaum eine andere Jahresfestzeit lebt so von stimmungsvollen Attributen wie die Vorweihnachtszeit – aber jetzt sieht es so aus, als wenn Kerzen und Tannen zunehmend aus Kindergärten und Schulen verbannt werden durch Vorschriften und kommunale Verordnungen. Wie ist das aus pädagogischer Sicht zu sehen? Die Newsletter-Redaktion hat Henning Kullak-Ublick, einen langjährigen Waldorfklassenlehrer, dazu befragt.

Herr Kullak-Ublick, ist es wirklich dasselbe, ob in der Laterne ein LED-Lämpchen oder eine Kerze leuchtet?

HKU: Natürlich ist es nicht dasselbe. Kerzen geben ein ganz anderes, lebendiges und warmes Licht. Sie müssen beschützt werden, man kann sehen, wie sie sich verzehren, wenn sie langsam herunterbrennen, sie duften und die Kinder können sie sogar selbst mit Bienenwachs ziehen. Neben der Schönheit und dem Staunen vermitteln Kerzen übrigens auch sinnlich erfahrbare, physikalische und chemische Grundkenntnisse auf einer ganz praktischen Ebene. LEDs können nichts von alledem vermitteln – sie sind einfach nur hell.

Wie kann man Kinder an Gefahren heranführen, die von einer offenen Flamme ausgehen können, und ab welchem Alter ist das sinnvoll? 

HKU: „Heiß“ oder „kalt“ kann man, wie alle Sinneserfahrungen, erst verstehen, wenn man sie gefühlt hat. Deswegen verbringen Kinder einen guten Teil ihrer ersten drei Lebensjahre mit dem Anfassen, dem In-den-Mund-Stecken, eben dem „Begreifen“ der Welt. Zunächst muss man sie also ganz einfach beschützen. Das gilt natürlich auch für den Umgang mit Laternen oder dem Weihnachtsbaum.

Kinder merken, wenn die Erwachsenen vorsichtig werden und dann kann man ihnen zeigen, wie etwas brennt. Am besten lässt man sie das selbst ausprobieren und passt dabei gut auf sie auf. Dann müssen sie auch nicht so viel heimlich ausprobieren. Und man kann ihnen Geschichten erzählen, in denen die Wirkung des Feuers und des unachtsamen Umgangs damit geschildert wird. Das stand auch schon im „Struwwelpeter"...

Sicherlich spielt es auch eine Rolle, dass die jungen Eltern unsicher sind, was jetzt das Richtige ist – auf Sicherheit zu achten oder eine schöne Stimmung zu erzeugen. Wie kann man ihnen helfen?

HKU: „Schön“ und „sicher“ sind ja keine prinzipiellen Gegensätze, obwohl Hochsicherheitstrakte sicherlich keine schöne Umgebung sind. Sicherheit bedeutet in diesem Kontext, dass man bei den Kindern ist, wenn sie Dinge tun, die mehr Gefahren in sich bergen, als sie allein schon beherrschen können. Wenn man sie von solchen Gefahren fernhält, werden sie den Umgang damit auch nie lernen. Das ist wie mit dem Klettern: Wer nie auf einen Baum klettern darf, wird zwar nie herunterfallen, aber er wird seinen Gleichgewichtssinn, die Intelligenz der Geschicklichkeit und den Mut, Hindernisse zu überwinden, auch nicht entwickeln.

Muss der BdFWS nicht auf die ganze Diskussion um Kerzen und Tannen im Schulhaus reagieren und für Schulen eine Handreichungen zum Thema herausgeben? Die Arbeitsgemeinschaft Kindersicherheit bietet z.B. ein Infoblatt für Eltern auf ihrer Homepage zum Thema Sicherheit und Weihnachten an.

HKU: Ich glaube, dass unsere Kindergärtner*innen und Lehrer*innen genug gesunden Menschenverstand haben, um keine Anleitungen zu diesem Thema zu benötigen. Aber wenn wir danach gefragt werden, können wir dazu natürlich etwas herausgeben.

Vielen Dank für das Gespräch und die Tipps zum Umgang mit Gefahren in der Vorweihnachtszeit!

Jahresbericht Waldorf – Wie sehen ihn die Leser und Nutzer?

(CU) In den ersten Novemberwochen ist der Jahresbericht (JB) Waldorf 2014 bei den Schulen eingetroffen. Neben den Vorstands- und Regionenberichten bildet diesmal das Thema Lehrerbildung einen Schwerpunkt. Außerdem wird über die Bundeselternratstagung informiert und über die Entwicklung bei der Waldorf-SV. Unter der Rubrik „Innovation“ finden sich Berichte über das Abschlussportfolio als Alternative zu den herkömmlichen Abschlüssen sowie über die steigende Bedeutung der Horte an den Waldorfschulen.

Der internationale Teil behandelt u.a. die Entwicklung der Waldorfschulen in der Ukraine und das 20-jährige Jubiläum des WOW-Days und der Freiwilligendienste. Die umfangreiche Dokumentation der Bildungsökonomie legt die Finanzen der Waldorfschulen im Jahr 2012 offen.

Die Redaktion freut sich über das Ergebnis einer Umfrage, bei der die Leser- und NutzerInnen des Jahresbericht sich 2013 zu der Publikation äußern konnten. 97 von 232 Waldorfschulen hatten an der Umfrage teilgenommen. Sie ergab für den JB ein insgesamt positives Ergebnis: 97 Prozent der Bezieher lesen ihn ganz oder teilweise bzw. themenbezogen. 94 Prozent sind der Auffassung, dass der JB eher gut über die Aktivitäten im BdFWS informiert.

Die Hälfte der Befragten wünscht sich noch weitere Themen im JB, als Beispiele werden genannt: Dialogkultur an den Schulen, Entwicklung der Schülerzahlen, neue Medien, Elternarbeit, Lehrerbildung, Übersicht über Zuständigkeiten in Vorstand und Geschäftsstelle, mehr pädagogische Themen, Generationenwechsel bei den Lehrern, Lehrergewinnung, Themen für junge Lehrer, Zukunftsfragen.

Der Aussage, der Jahresbericht sei „wichtiges Instrument der internen und externen Kommunikation“ stimmen 53 Prozent ganz und 35 Prozent teilweise zu.  Kritisch sehen diese Aussage elf Prozent, sie argumentieren, der JB beziehe sich immer auf die Vergangenheit, die Erziehungskunst decke schon viele Themen ab. Bei der Verteilung der Hefte steht das Kollegium an oberster Stelle, gefolgt von den Eltern, neuen Mitarbeitern und Freunden der Schule. Hier sind die Zahlen für die Weitergabe im Rahmen von Öffentlichkeits-, Fundraisung- und Lobbyarbeit eher niedrig (Journalisten 4 Prozent, Politiker 9 Prozent, Unternehmen 2 Prozent).

Bei den Anlässen für die Nutzung kommen dann aber doch 30 Prozent für Sonstiges zusammen, wobei auch Öffentlichkeitsarbeit, externe Präsentationen der Schule, Besuche von Geschäftsfreunden, Journalisten und Politikern genannt werden. Spitzenreiter bei der Nutzung sind Tage der Offenen Tür (52 Prozent), Basare (43 Prozent), hinter „Sonstiges“ rangiert noch die Mitgliederinformation im Schulverein (27 Prozent).

Die Redaktion des JB berücksichtigt die Umfrageergebnisse in ihrer Arbeit, wie man z.B. an dem Schwerpunkt Lehrerbildung in der diesjährigen Ausgabe sehen kann. Ausgangspunkt für die Themenfindung sind immer der BdFWS und seine Aktivitäten, wie sie sich in den verschiedenen Gremien (Vorstand, Arbeitskreise, Mitgliederversammlung, Bundeskonferenz) widerspiegeln und zwar bezogen auf das zurückliegende Schuljahr. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie z.B. der Kindergartenvereinigung wird thematisiert. Insofern versteht sich der JB als eine Art „Non-Profit-Geschäftsbericht“ des BdFWS.

Die Zeitschrift Erziehungskunst unterscheidet sich vom Jahresbericht dadurch, dass sie inhaltlich weit über die Anliegen des BdFWS hinausgeht, indem sie Themen und Ereignisse der gesamten Waldorfwelt widerspiegelt, über Innovationen berichtet und Diskussionen anregt. Sie wird von einer unabhängigen Redaktion erstellt, den Jahresbericht gibt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BdFWS heraus.

Über die Umfrage hinaus freut sich die Redaktion auch über individuelle Rückmeldungen und Wünsche der Leser zum Jahresbericht. Kontakt: Cornelie Unger-Leistner.

Aufgabengebiete für neue Vorstandsmitglieder verteilt

Arbeitssitzung des Vorstands
Franz Glaw

(CU) Bei der Mitgliederversammlung im November 2014 in Nürtingen wurden die Aufgabenbereiche bekanntgegeben, die die neuen Vorstandsmitglieder ergriffen haben. Danach ist Dr. Susanne Speckenbach (vorne rechts im Foto) im Vorstand zuständig für die Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Forschungsstelle, für die Kontakte zur Kindergartenvereinigung sowie für das Thema Inklusion. Auf der Mitgliederversammlung betonte sie die Bedeutung des Zuhörens für ihre Arbeit: „Es beeinflusst die Qualität einer Veranstaltung und kann dem Neuen dabei helfen, geboren zu werden“, so die Klassenlehrerin aus der Waldorfschule Freiburg-Wiehre.

Thomas Lutze-Rodenbusch (zweiter von rechts) hat die Vorstandssitzungen als Neuling bisher als eine Art „Tasterleben“ empfunden, durch das er sich mit seinen neuen Aufgabengebieten vertraut gemacht hat. Dazu gehört auch der Kontakt zu den Hochschulen der Waldorfschulbewegung. Außerdem wird sich der Oberstufenlehrer aus Krefeld um die Schülervertretung der Waldorfschulen und den Austausch mit der Bundeselternkonferenz (ehemals Sprecherkreis des Bundeselternrates) sowie die Bundeselternratstagung (BERT) kümmern.

Stefan Grosse (vorn links), Klassenlehrer aus Esslingen, wies die Versammlung auf die besondere Bedeutung des Centenniums hin, das der Waldorfschulbewegung 2019 bevorsteht. Nach Rudolf Steiner drohe nach 100 Jahren das Ende eines jeden Impulses, wenn er sich nicht erneuere. Grosse wird den Bereich Gründungsberatung betreuen und für die Kontakte zum European Council sowie zur Pädagogischen Sektion zuständig sein. Außerdem ist er im Vorstand der Ansprechpartner für die Stuttgarter Geschäftsstelle des BdFWS. Grosse stellte auf der Mitgliederversammlung auch die Frage nach dem Kurs der Waldorfschulbewegung hinsichtlich ihrer weiteren Ausbreitung in den urbanen Zentren und im ländlichen Bereich.

Franz Glaw (Porträtfoto, da er auf dem Gruppenfoto nicht zu sehen ist), Oberstufenlehrer aus Düsseldorf, wird sich mit dem Thema Qualitätsentwicklung befassen, außerdem gehört die Waldorfstiftung zu seinen Aufgabengebieten. Hier sei er zuversichtlich, mit Blick auf die Lehrerbildung in Zukunft einiges in Bewegung bringen zu können, betonte er. Glaw übernimmt künftig auch die Koordination des Arbeitskreises "Medienmündigkeit und Waldorfpädagogik". Er unterstrich die Bedeutung des Themas Medienmündigkeit für die Waldorfschulen, das „nicht mehr marginalisiert“ werden dürfe. Vielmehr gelte es, sich dem Thema zu öffnen und den Lehrplan auf der Basis der Menschenkunde dementsprechend weiter zu entwickeln. Durch Fortbildungen und Projekte zusammen mit Pilotschulen soll dies vorangebracht werden.

Die wiedergewählten Vorstandsmitglieder Dr. Albrecht Hüttig (am Kopfende), Henning Kullak-Ublick (zweiter von links) und Hans-Georg Hutzel (dritter von rechts) bleiben bei ihren bisherigen Aufgabengebieten. Hutzel ist für die Kontakte zur Arbeitsgemeinschaft der Freien Schulen (AGFS) zuständig, außerdem für die Beratungen über die Lehrerbildung und den Kontakt zur Kultusministerkonferenz (KMK). Er vertritt den BdFWS auch in seiner Eigenschaft als Treuhänder des Verlags Freies Geistesleben. Hüttigs Aufgabengebiet ist das Schulrecht, Kullak-Ublick verantwortet die Öffentlichkeitsarbeit des BdFWS und vertritt die deutschen Waldorfschulen in der Internationalen Konferenz (dem "Haager Kreis"), dem weltweiten Gremium der Waldorfschulbewegung. Alle drei sind künftig für bildungspolitische Fragen und Kontakte zuständig. Berichte zur Tätigkeit der drei wiedergewählten Vorstände sind im neuen Jahresbericht Waldorf zu finden. 

Thementag "Trau dich!" zur Gewaltprävention

(HKU) Sexueller Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen wurde lange tabuisiert oder verdrängt, auch an Schulen oder anderen Kinder- und Jugend-Einrichtungen. Häufig stehen den Schmerzen der unmittelbar Betroffenen die Ängste und Verunsicherungen derjenigen gegenüber, an die sie sich Hilfe suchend wenden. Das Gleiche gilt für andere Formen der Gewalt, die von körperlichen Übergriffen bis zum Mobbing reichen kann.

Der Thementag wendet sich an Pädagogen, Mitarbeiter, Eltern und Schüler*innen (ab der 11. Klasse), die für sich und ihre Einrichtung nach Wegen zur Prävention und zum professionellen Umgang mit verschiedenen Formen der Gewalt suchen. Im Plenum, in Arbeitsgruppen und im Gespräch mit erfahrenen Experten werden grundlegende und wiederkehrende Fragen bearbeitet, Anregungen für die tägliche Praxis erarbeitet und es gibt die Möglichkeit, sich über bereits bestehende Netzwerke zu informieren und neue zu bilden.

Da bisher erst wenige Anmeldungen für den Thementag vorliegen, bitten wir Sie herzlich, sich spätestens bis zum 15.12.2014 anzumelden, wenn Sie teilnehmen wollen. Auf Basis der dann vorliegenden Anmeldungen wird entschieden, ob die Veranstaltung durchgeführt werden kann. Eventuell bereits bezahlte Tagungsgebühren werden im Fall einer Absage selbstverständlich erstattet.

Bund der Freien Waldorfschulen e.V. | Wagenburgstraße 6 | D-70184 Stuttgart | Telefon: +49 (0)711 21042-0 | Telefax: +49 (0)711 21042-19 | E-Mail: bund@waldorfschule.de |