Suche
Waldorfschule Online-Shop

Liebe Leserinnen und Leser,

vielerorts hat das neue Schuljahr schon wieder begonnen, so dass wir Ihnen jetzt zum Auftakt gerne die wichtigsten Neuigkeiten aus der Waldorfwelt mitteilen möchten. Besonders freuen wir uns darüber, dass unsere Internetseite seit dieser Woche „responsive" ist, sich nun also in optimiertrem Gewande für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets zeigt.
Kurz vor der Sommerpause konnten wir noch den fertig gestellten Film zum Thema „Eltern vor der Schulentscheidung" veröffentlichen, der den noch unsicheren Eltern bei der Wahl der richtigen Schule für ihr Kind eine Hilfestellung bieten soll. Wir freuen uns natürlich, wenn Sie ihn nach Möglichkeit zahlreich mit dieser Zielgruppe teilen!
Außerdem haben wir für Sie eine neue Rubrik erschaffen, die in Zukunft über ganz besondere Waldorfschulen und ihr charakteristisches Merkmal berichten wird und hoffentlich viele begeisterte LeserInnen findet.

Einen schönen Spätsommer und frohes Lesen wünscht
Ihr Newsletter-Team!

3 Fragen an... Elena Nočevčuk

1. Was genau ist Ihre Aufgabe in der Waldorfwelt?
Im Sommer 2013 habe ich die komplette Buchhaltung für den Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS), die Pädagogische Forschungsstelle (PäFo), die Waldorf-Stiftung, den Liquiditätsverbund und für die internationale Assoziation für Osteuropa (IAO) übernommen. Das beinhaltet den Zahlungsverkehr, z. B. den Einzug der Bundesbeiträge, und die Lohnbuchhaltung für alle MitarbeiterInnen.

2. Woran arbeiten Sie gerade?
Momentan bin ich mit den Vorbereitungen der Jahresabschlüsse für den BdFWS inkl. Waldorf-Stiftung, die PäFo und die IAO zum Schuljahreswechsel beschäftigt.

3. Wie sieht Ihre Zukunftsvision für die Waldorfpädagogik aus?
Ich hoffe, dass sich die Waldorfpädagogik trotz der vielen Einflüsse von außen nicht verändert. Gerade in einer Zeit des Umbruchs und des gesellschaftlichen Wandels, der vor allem für die Kinder und Jugendlichen auch eine Herausforderung darstellt, ist es wichtig, dass die Pädagogik mit guten Konzepten darauf reagieren kann. Und diese Konzepte gibt es bereits: Ein respektvoller Umgang mit Kindern und Jugendlichen und der individuelle Austausch zwischen Eltern bzw. Schülern in bestimmten Entwicklungsphasen. Dies ist für mich auch die Zukunftsvision.

Anruf in: Seewalde – (Wal)Dorf-Schule im Aufwind

(CU) Die neue Rubrik des Newsletters „Anruf in:“ stellt jeweils eine Waldorfschule mit einem besonderen Merkmal vor. Dieses Mal haben wir mit Thomas Gädeke gesprochen, dem Geschäftsführer der kleinsten deutschen Waldorfschule in Seewalde.

Guten Tag Herr Gädeke, wie geht es denn der kleinsten Waldorfschule derzeit?

Gädeke: Wir sind sehr glücklich über unseren Schülerzuwachs, im neuen Schuljahr haben wir jetzt 31 Schüler. Wenn man bedenkt, dass wir vor drei Jahren mit drei Schülern begonnen haben, ist das ein Zuwachs um 1000 Prozent! Deswegen müssen wir jetzt auch erstmal nachforschen, ob das auch für dieses Schuljahr noch so bleibt, dass wir die kleinste Waldorfschule sind.

Eine weitere Besonderheit besteht aber auch darin, dass die 31 Schüler in Seewalde nicht in einer Klasse sitzen wie bei einer „normalen“ Waldorfschule...

Gädeke: Richtig, die 31 Schüler verteilen sich auf vier Jahrgänge in zwei Doppelklassen. Aber wir meinen, dass wir auch eine „normale“ Waldorfschule sind, eben eine Waldorfschule im ländlichen Raum, das haben wir ja auch in unserem Namen – das ist eben eine andere Normalität. Der jahrgangsübergreifende Unterricht ist unser Markenzeichen, das wird aufgrund der Lage im ländlichen Raum auch so bleiben, es ist keine übergangsweise Notlösung.

Im Leitbild der deutschen Waldorfschulen von 2009 sind altershomogene Klassen als Kennzeichen der Waldorfschulen aufgeführt – wie gehen Sie damit um?

Gädeke: In der deutschen Waldorfschulbewegung ist die „normale Waldorfschule“ in einer Metropolregion und hat von daher jahrgangshomogene Klassen. Wenn man bei Rudolf Steiner nachschaut, ist das aber nicht zwingend, z.B. in seinen Berichten im Ausland über die erste Waldorfschule. Immer betont er, dass es nicht um ein Programm, sondern stets um konkrete Lehrer und konkrete Kinder geht. Die Essentials der Erziehungskunst müssen natürlich erfüllt sein, aber wie sie umgesetzt werden, steht immer in Bezug zur konkreten sozialräumlichen Struktur und das ist bei uns die des ländlichen Raums. Als Essential sehen wir z.B. die individuelle entwicklungsgerechte Pädagogik, und die lässt sich in jahrgangsübergreifenden Klassen mit bewusster Binnendifferenzierung ebenso umsetzen, wie beim traditionellen Ansatz im Rahmen der Jahrgangsgruppenansprache.

Woher kommen denn Ihre neuen Schüler?

Gädeke: Wir haben zehn neue Erstklässler und vier Quereinsteiger, davon sind zwei aus Seewalde und die Restlichen aus der Region. Insgesamt kommt knapp ein Drittel hier aus dem Dorf. Gerade kam wieder eine Anfrage aus Berlin von zwei Familien, die sich für uns interessieren. Für die Gegend hier wirkt die Schule auch als Zuzugsfaktor. Auch Familien, die weggegangen sind und an anderen Orten Waldorfpädagogik kennengelernt haben, kommen wieder zurück, weil es die Schule hier gibt.

Wenn man die alte einzügige Dorfschule in Erinnerung hat, wie sie es ja an vielen Orten in Deutschland mal gab in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, dann weiß man auch, dass eine Schule durchaus ein Kulturfaktor für ein ländliches Gebiet sein kann. Ist das in Seewalde auch so?

Gädeke: Absolut. Das gilt für das ganze Dorfprojekt, also neben der Schule die Sozialtherapie, ein Demeter-Hof, Tourismusangebot und Kulturveranstaltungen etc. Es gibt auch eine Arztfamilie, die sich wegen der Schule für Seewalde interessiert. Das ist erfreulich, denn es besteht ja auch hier das Problem, dass keine Ärzte in die ländliche Region kommen wollen.

Müssten die Behörden dann nicht froh sein über Ihre Schulgründung und Sie unterstützen?

Gädeke: Theoretisch ist das richtig, aber praktisch besteht zum einen die Befürchtung, dass wir den staatlichen Schulen die immer weniger werdenden Schüler wegnehmen, was so nicht stimmt. Wir konkurrieren praktisch nicht mit den Grundschulen vor Ort, ziehen keine Schüler ab, sondern Eltern an. Am ehesten überschneidet sich die Zielgruppe mit anderen freien Schulen. Die nächste ist eine evangelische Schule in Neustrelitz, ca. 25 Kilometer weg und mit Warteliste. Zum anderen geht der Trend in den Bildungsverwaltungen gerade der neuen Länder angesichts des Booms der freien Schulen bekanntermaßen eher in Richtung „Eindämmung“ – das spüren wir auch an den erheblichen, häufig bundesweit einmaligen Genehmigungsbedingungen. Auch darum suchen und brauchen wir konzeptionelle Begleitung vom BdFWS wie z.B. auch von der Alanus Hochschule (in diesem Zusammenhang war Prof. Schieren gerade hier).

Seewalde ist ja ein sehr idyllischer Ort, wenn man den Fotos glauben darf. Die Bedingungen, unter denen Ihre Schule arbeitet, scheinen nicht so idyllisch zu sein...

Gädeke: Von Karl Valentin stammt das Zitat „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ – das trifft für Seewalde auch zu. Und bezüglich Schönheit – wenn etwas Werbung in eigener Sache hier erlaubt ist: Wir laden herzlich ein, sich als Urlauber, Klassenfahrer, Feldmesser oder Hof-& Forstpraktikant vor Ort selbst ein Bild zu machen.

Dann vielen Dank für das Gespräch und gutes Durchhalten!

Thementag Öffentlichkeitsarbeit

(HKU) Am 26. September 2014 findet in Anthroposophischen Zentrum in Kassel-Wilhelmshöhe von 11.00 bis 17.00 Uhr ein bundesweiter Fortbildungstag für ÖffentlichkeitsarbeiterInnen in Waldorfschulen, Waldorfkindergärten und befreundeten Einrichtungen statt.

Der Thementag wendet sich gleichermaßen an Neueinsteiger- und erfahrene ÖffentlichkeitsarbeiterInnen. Zwei Plenumsveranstaltungen rahmen die Arbeitsgruppenzeiten zu den Themen Lobbyarbeit, Corporate Design, Social Media, Krisen-PR, Fundraising, Verfassen einer Pressemitteilung und Event-Managemant ein. Anlässlich der für den 15. Oktober geplanten Freischaltung des Alumni-Portals www.waldorf-alumni.de gibt es auch dazu eine Informationsgruppe.

Da die Teilnehmerzahl auf 100 Teilnehmer begrenzt ist, empfehlen wir Ihnen, sich bald anzumelden. Sie können jeweils zwei Arbeitsgruppen auswählen, "solange der Vorrat reicht". Wir freuen uns auf eine interessante und anregende Veranstaltung mit Ihnen!

Angstfreie Begegnung mit Bienen von klein auf

(CMS) „Durch ihre Präsenz erleben die Kinder das Zusammenleben mit den Bienen als Normalität und entwickeln erst gar keine Angst vor ihnen“, erklärt der Gartenbaulehrer Manfred Oetting, der seit sieben Jahren an der Waldorfschule Hannover-Maschsee unterrichtet. Ihm ist es vor allem wichtig, dass die Bienen einfach da sind. Eine Ansicht, die immer mehr Waldorfschulen in Deutschland inzwischen teilen: laut einer Umfrage des BdFWS haben 43 Schulen derzeit Bienen auf dem Schulgelände oder planen, in naher Zukunft Bienenvölker anzuschaffen. Dies ermöglicht den SchülerInnen, z.B. im Rahmen des Gartenbauunterrichts, Umgang mit den sensiblen und so vorbildlich organisierten Tieren, was die ökologische Erziehung vervollständigen kann (s. auch Kurzfilm „Ökologische Erziehung“).

Agrarwissenschaftler und Gärtner Oetting, der erst spät seine Ausbildung zum Waldorflehrer gemacht hat, geht schon mit Kindergartenkindern und Erstklässlern regelmäßig direkt zu den Bienen hin, öffnet ein Volk und lässt die Kinder nur schauen – das Staunen kommt dann ganz von selbst. „So lernen schon die Kleinen in direkter Anschauung, was sie bisher nur aus Büchern wie ‚Kleine Biene Sonnenstrahl’ kennen“, berichtet der 61-Jährige begeistert. Sein Wissen gibt er jetzt parallel an eine junge Kollegin weiter, die in Zukunft im Unterricht auch mit den SchülerInnen das aufwändige Honigschleudern durchführen möchte. Mit seinem 10-Stunden-Deputat kann Oetting das zeitlich im Moment nicht leisten.

Ein besonderes Anliegen während seines Unterrichts ist es Oetting, die vielfältigen Naturzusammenhänge erlebbar zu machen, denn „die Kinder sind oft weit von der Wirklichkeit entfernt, leben stärker in einer virtuellen Welt und wissen nicht mehr, wie zum Beispiel eine Möhre wächst, oder dass ein Apfel vom Baum stammt und aus einer Blüte entsteht, die zuvor eine Biene bestäubt haben muss", erläutert der Gartenbaulehrer. So entstehe ein mangelnder Selbstbezug, verbunden mit einem wenig positiven Gefühl zum Tätigsein und zum eigenen Körper.

So erfüllen die Erfahrungen mit Bienen also auch eine zentrale pädagogische Aufgabe, wenngleich die honigsammelnden Insekten in erster Linie ökologische Wichtigkeit besitzen. Der Flugradius der Bienen liegt zwischen einem und drei Kilometern: „Sie sind also auch über den Schulgarten hinaus für das Bestäuben vieler Blüten von großer Bedeutung“, sagt Manfred Oetting, der mit Freude den neuen Trend zur Stadtimkerei beobachtet, obwohl das zeit- und arbeitsaufwändige Hobby nicht mehr in unsere schnelllebige Zeit zu passen scheint.

Kindergesundheit heute – Interdisziplinärer Kongress

(CMS) Wir alle wünschen uns, dass unsere Kinder gesund aufwachsen, doch was genau können wir dafür tun? Wie muss unsere Welt aussehen und welcher Rahmenbedingungen bedarf es, damit sich alle Kinder gesund entwickeln können? Obwohl es der Mehrzahl der Kinder in Deutschland gut geht, gibt es immer mehr Kinder, die verhaltensauffällig sind, an chronischen Krankheiten wie Allergien und Diabetes leiden oder Gelenk- und Haltungskrankheiten aufweisen. Medizin und Pädagogik stehen vor großen Herausforderungen.

Diesen Herausforderungen möchten wir uns bei dem Kongress „Kindergesundheit heute“ am 27. und 28. September 2014 stellen und mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen, was Kinder und Jugendliche heute brauchen, um in ihrer Entwicklung gut begleitet zu werden. Dass dieser Prozess gelingt, hat viel mit dem Zusammenspiel von Erziehung, Lebensstil und familiären Strukturen zu tun. Deshalb wagt dieser Kongress etwas ganz Neues: Ärzte, Pädagogen und Eltern sprechen miteinander – und nicht, wie sonst üblich, übereinander. Auch Schul- und Komplementärmedizin werden miteinander ins Gespräch kommen. Damit kann etwas ganz Neues entstehen: ein integrativ ausgerichteter Dialog, ein neues Forum des Austausches, in dem alle auf das Kind blicken und gemeinsam beraten, was es braucht, um Kinder stark zu machen – und damit ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

Wir freuen uns, wenn Sie sich an diesem Austausch beteiligen, den der Bund der Freien Waldorfschulen als Programmpartner begleitet. Der Anstoß zu „Kindergesundheit heute“ ging dabei von der Anthroposophischen Medizin aus, Programm und Konzept wurden in enger Zusammenarbeit mit Mitveranstaltern aus den Bereichen Schulmedizin, Jugendhilfe, Elternarbeit und Pädagogik entwickelt, wie zum Beispiel dem Olgahospital, der Filderklinik und der Stadt Stuttgart.

Schon über 800 Anmeldungen für Dresden-Tagung

(CU) Der künstlerische Ansatz der Waldorfpädagogik steht im Mittelpunkt der großen Fortbildungstagung "Zukunft anerkennen – Gegenwart wagen" des BdFWS Anfang Oktober in Dresden. Zum dritten Mal treffen sich Waldorfpädagogen aus ganz Deutschland und darüberhinaus, um an grundlegenden Ideen ihrer Disziplin zu arbeiten. Auf der letzten Grundlagentagung 2007 in Greifswald war Goetheanismus das Thema gewesen. „Die Kunst kann uns lehren, aus der Welt der Ideen das Neue, die Zukunft anzuerkennen, die Brisanz der Gegenwart zu lieben und aus dem Nichts heraus zu handeln“, heißt es in der Einladung zur Dresdner Tagung. Es sei der „künstlerische Sinn“, aus dem heraus jede Unterrichtsstunde und jede Begegnung gestaltet werden könne.

Über 830 Gäste haben sich bereits angemeldet, es ist daher damit zu rechnen, dass auch die Dresdner Tagung wieder zu einem großen Austauschforum der Waldorfschulbewegung wird. Im Einleitungsvortrag spricht der Neurologe Prof. Joachim Bauer von der Universität Freiburg über die „Magie der pädagogischen Spiegelung“ und darüber, wie Beziehungserfahrungen die Zukunft der Kinder beeinflussen. Die Palette der Foren und Workshops reicht von der Gefährdung der Kindheit in der Gegenwart über Medienmündigkeit und die Bedeutung der Eurythmie bis hin zu Themen wie „künstlerisch Unterrichten in der Mathematik“ oder einem Workshop zur Lehrermeditation.

Eine ganze Reihe von Exkursionen und Führungen ist dem Tagungsort Dresden gewidmet, hier kann man Raffaels Sixtinische Madonna bewundern, die erste deutsche Gartenstadt Hellerau besuchen oder in der Dresdner Neustadt auf den Spuren Erich Kästners wandeln. Im Abschlussvortrag geht Claus-Peter Röh der Frage nach, wie man zukünftige Impulse von Schülern, Eltern und Kollegen erkennen kann. Gastgeber ist die Freie Waldorfschule Dresden (s. Foto) mit ihrer wechselvollen Geschichte. 1929 als sechste Waldorfschule gegründet, wurde sie von zwei Regimen geschlossen und von Eltern, Schülern und Lehrern am selben Ort zweimal wieder neu begründet. Auch zu diesem Thema gibt es eine Veranstaltung.

Liebe als Kraft der Weltveränderung

(CU) Viele Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden, haben keine rechte Vorstellung davon, was sie mit der arbeitsfreien Zeit anfangen sollen. Bei Wolfgang Ritter, der als Lehrer aus gesundheitlichen Gründen 1999 vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde, war das nicht so. Als jahrzehntelanger Mitstreiter der Bewegung für die Soziale Dreigliederung im Sinne Rudolf Steiners, der immer wieder Seminare und Arbeitskreise zu diesem Thema veranstaltet hatte, stand er vor der Frage, wie es mit der Verwirklichung der Dreigliederung in der Welt aussieht. Nun wollte er die geschenkte Lebenszeit nutzen, um entsprechenden Projekten weltweit auf die Spur zu kommen.

Aus seiner Suche und den Vorträgen, die er dazu in den vergangenen Jahren gehalten hat, ist ein Buch entstanden: „Initiativen, die die Welt verändern“. Es ist 2013 im Verlag Ch. Moellmann erschienen und kann all denjenigen Mut machen, die selbst unmittelbar etwas anpacken möchten. Ritter berichtet von den verschiedensten Plätzen der Welt, seine Reise führte ihn u.a. nach Bangladesh zur Grameen-Bank, zu Nicanor Perlas auf die Philippinen, zu biodynamischen Farmen in Australien, zu den Weltsozialforen 2003 in Porto Alegre/Brasilien und 2004 in Mumbai/Indien sowie nicht zuletzt zur SEKEM-Initiative in Ägypten.

Mit einem Freund zusammen sammelte er dann selbst auch Projekterfahrungen in Malawi: durch die Etablierung biologischen Landbaus und der dafür notwendigen Vorbildung sollte ein Beitrag zum Überleben der Bauern geleistet werden. Außerdem war ein Waisenhaus geplant mit Bildungsmöglichkeiten für Kinder, die ihre Eltern durch AIDS verloren hatten, um ihnen Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Eine Musterfarm sollte entstehen, um biodynamischen Landbau anschaulich zu machen. „Es geht voran in viel kleineren Schritten, als von uns gedacht“, schildert Ritter die Situation eines solchen Hilfsprojekts in einem Gebiet, das von den großen Organisationen der Entwicklungshilfe nicht erreicht wird und wo die durchschnittliche Lebenserwartung gerade einmal 32,5 Jahre beträgt.

Aber auch in Europa ging der pensionierte Lehrer auf die Suche nach vorbildlichen Projekten und fand u.a. Waldorfschulen in ärmeren Regionen wie Rumänien. In Nürnberg gründete er am Ende den Verein „Bio Verbraucher e.V.“, der sich z.B. für ein gentechnikfreies Europa einsetzt und den er zu einer Art „ADAC der Verbraucher“ machen möchte. Im Schlusswort seines Buches zieht Ritter Bilanz über die Kräfte, die ihm auf seiner ungewöhnlichen Forschungsreise begegnet sind: „Die Liebe zur Idee, zur eigenen Tat und zum anderen Wesen. Vernunft gepaart mit Liebe ist die nachhaltigste Triebfeder für Initiativen, die die Welt verändern.“

Literaturhinweis: Ritter, Wolfgang: Initiativen, die die Welt verändern. Verlag Ch. Moellmann, Borchen 2013

Bund der Freien Waldorfschulen e.V. | Wagenburgstraße 6 | D-70184 Stuttgart | Telefon: +49 (0)711 21042-0 | Telefax: +49 (0)711 21042-19 | E-Mail: bund@waldorfschule.de |