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Waldorfschule Online-Shop

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

wer in diesen Tagen in die Zeitungen schaut oder sich im Fernsehen und im Internet über das Zeitgeschehen informiert, muss schon genau hinsehen, um gute Nachrichten inmitten des weltweiten Krisengeschehens zu entdecken. Meist sind es Menschen, die sich von der Vielfalt der Probleme nicht abschrecken lassen, sondern selbst Initiative ergreifen, um an einem kleinen, überschaubaren Ort eine Veränderung zu bewirken.

Solche Pioniere sind es, die uns trotz aller Krisensymptome immer wieder Hoffnung machen können – zu ihnen gehört zum Beispiel auch die Emmendinger Waldorfschule, die nach vielen Jahren nun endlich einmal eine Würdigung auch von Seiten des deutschen Staates erfahren hat. Und Pioniertaten sind es auch, mit denen gerade an vielen Orten etwas gegen das Bienensterben unternommen wird, wie wir in diesem Newsletter u.a. berichten.

Um derartige Projekte in Zukunft auch finanziell wirksamer zu unterstützen, haben wir nun die WaldorfCrowd ins Leben gerufen, mit deren Hilfe Waldorfschulen ihr jeweiliges Herzensprojekt realisieren können. Sei es ein neues Klavier für den Musikunterricht, ein Klettergerüst für den Schulhof, eine umweltfreundlichere Heizungsanlage, Geräte für den Sportunterricht oder Bücher für die Schulbibliothek: Überzeugen Sie die Waldorfgemeinschaft von dem Nutzen und unterstützen Sie sich gegenseitig, so dass alle von dem Netzwerken profitieren können!

Vor der Sommerpause möchten wir Ihnen noch einen Termin zum Vormerken mitteilen: Am 22. Januar 2016 findet in Kassel wieder ein Thementag zur "Prävention von Missbrauch und Gewalt" statt, den der BdFWS gemeinsam mit dem Anthropoi Bundesverband und der Vereinigung der Waldorfkindergärten veranstaltet.

Nun wünschen wir Ihnen vor allem eine schöne, inspirierende und erholsame Ferienzeit, und wer weiß, vielleicht entdecken Sie ja auf Ihren Reisen auch hie und da eine Pioniertat – wir würden uns freuen, wenn Sie uns davon berichteten!

Mit herzlichen Sommergrüßen,
Ihr Newsletter-Team

Drei Fragen an... Celia Schönstedt

Foto: Manu HarmsSchlaf, Copyright: BdFWS

Was genau ist Ihre Aufgabe in der Waldorfwelt?
Ich bin seit über vier Jahren als Pressesprecherin beim Bund der Freien Waldorfschulen tätig; seit 2013 sitzt unsere Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Hamburger Innenstadt. Meine Aufgabe ist es, externe Anfragen jeglicher Art und insbesondere Journalistenanfragen zu beantworten, Medienkontakte aufzubauen und zu pflegen und für den regelmäßigen Versand von Presseinformationen und die Durchführung von Pressekonferenzen zu sorgen. Außerdem bin ich für diesen Newsletter zuständig, für das Thema der Pressefotos, für Bewegtbildkommunikation (unsere Kurzfilme), für unsere Internetseite und einige andere Unterseiten. Ich betreue unsere Social Media-Kanäle, kümmere mich um das Marketing des Bundes (Anzeigenschaltung, Messeauftritte, Give aways wie Samentütchen, Bleistifte o.ä.), um Kooperationen mit anderen Verbänden und Institutionen, mit denen wir gleiche Werte teilen, wie zuletzt z.B. bei dem Kinofilm "Viel Gutes erwartet uns" und um die Schulung von ÖffentlichkeitsarbeiterInnen an Waldorfschulen (Thementage und öffentlich wirken).
Ich bin an dem Projekt "WalfiiSch" (Waldorflehrer finden ihre Schule) zur Lehrergewinnung beteiligt, betreue mit die Erstellung unseres Informationsmaterials wie z.B. die Blickpunkte sowie die Weiterentwicklung unserer Bildsprache und grafischen Gestaltung und schreibe selbst Texte für diverse Medien (Postkarten-Kampagne, Rundmails, Social Media, Reader, Pressemitteilungen, Newsletter etc.).

Woran arbeiten Sie gerade?
Wie eigentlich immer arbeite ich an sehr vielen "Projekten" gleichzeitig. Aktuell an dem Juni-Newsletter, an der Bewerbung für den PR-Bild Award 2015, an der Abstimmung für ein Internet-Banner zur WalfiiSch-Kampagne auf dem Stellenmarktportal der ZEIT, an der Organisation des Waldorfbereichs für die Hamburger Lange Nacht der Anthroposophie, an der Planung unserer Weihnachtsaussendung für Journalisten, an diversen neuen Funktionen für unsere Homepage und an weiteren Möglichkeiten für zukünftige Messeauftritte des BdFWS.

Wie sieht Ihre Zukunftsvision für die Waldorfpädagogik aus?
Ich wünsche mir, dass auf der ganzen Welt Kinder jeglicher Hautfarbe und Herkunft unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern eine Waldorfschule besuchen und auch so eine glückliche Schulzeit verleben können, wie ich sie erfahren durfte. Außerdem hoffe ich, dass die auf einem spirituellen Menschenbild, Salutogenese und Nachhaltigkeit basierende Waldorferziehung sich immer weiter ausbreiten wird, damit noch mehr junge Menschen mit dem Ideal, die Welt zu verbessern, in ihr Erwachsenenleben starten mögen. Ich glaube, nur so können wir den Planet Erde auch noch für unsere Enkel als lebenswerten Ort erhalten.

Anruf in: Aachen – Die westlichste Waldorfschule

Fotos: Freie Waldorfschule Aachen

(CU) Unser „Anruf in“ gilt heute der westlichsten Waldorfschule in Deutschland, die in Aachen liegt. Die Newsletter-Redaktion sprach mit Anja Ortmanns, sie ist seit sechs Jahren eine der Geschäftsführerinnen an der Freien Waldorfschule Aachen, zuständig für Personalwesen und Öffentlichkeitsarbeit.

Frau Ortmanns, was bewegt denn zur Zeit die Waldorfschule in Aachen? Sie sind ja keine ganz junge Schule mehr...

Ortmanns: Wir sind jetzt dreißig Jahre alt und ich denke, eine ganz gestandene Schule. Wir haben auch noch viele Lehrer hier, die von Anfang an dabei waren, bei uns herrscht keine so große Fluktuation. Was uns zur Zeit am meisten beschäftigt, ist das Thema Zweizügigkeit. Wir sind gerade dabei, zweizügig zu werden.

Wieviele Schüler haben Sie denn?

Ortmanns: Derzeit sind es rund 470 Schüler. Über Anmeldungen können wir uns nicht beklagen, vor allem bei den Quereinsteigern könnten wir regelmäßig eine zweite fünfte Klasse aufmachen. Deswegen haben wir uns jetzt auf den Weg in die Zweizügigkeit begeben.

Das hört sich nach einem längeren Prozess an?

Ortmanns: Ja, das ist es auch. Wir hatten schon einmal eine zweite erste Klasse eröffnet, unsere vierte Klasse gibt es zweimal, aber zwischendrin haben wir dann wieder keinen zweiten Klassenlehrer gefunden und so wurden die nachfolgenden ersten Klassen wieder größer mit einem Klassenhelfer dabei. Jetzt haben wir erneut genug Anmeldungen für eine zweite erste Klasse und – erstaunlicherweise – auch viele Bewerbungen von Klassenlehrern. Deswegen werden wir es jetzt wieder wagen mit der Zweizügigkeit, aber wir erheben es nicht zum Prinzip. Es werden dieses Jahr zwei erste Klassen mit je 25 Kindern sein, man kann sich aber auch vorstellen, dass wir danach wieder eine größere Klasse bilden, wenn es nicht anders geht. Und wir setzen uns auch nicht unter Druck mit dem Bauen, für einige zusätzliche Klassen reicht der Raum noch. Wenn wir dann aber voll ausgebaut zweizügig sein wollen, müssen wir auf jeden Fall neu bauen. Insofern ist das Wort Prozess hier ganz richtig.

Es ist aber schon bemerkenswert, dass Sie die Schule nicht so weiterentwickeln konnten, wie es gewollt war, nur weil Sie keine Klassenlehrer gefunden haben. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig die Gewinnung neuer Waldorflehrer ist.

Ortmanns: Der Lehrermangel ist schon eine Bedrohung für die Schulen.

Sie haben hier in Aachen ja die große technische Hochschule, die RWTH. Bildet das nicht einen Vorteil für die Suche nach Lehrern, zumindest im naturwissenschaftlichen Bereich?

Ortmanns: Nicht wirklich, denn wir wollen ja Lehrer mit einer waldorfpädagogischen Zusatzausbildung. Zum Beispiel fehlt uns in absehbarer Zeit ein Physiklehrer. Aber wir haben das Thema Lehrergewinnung schon im Blick, in ein bis zwei Jahren steht es voll auf der Tagesordnung.

Eines unserer letzten Interviews in der Rubrik „Anruf in“ widmete sich der Waldorfschule in Görlitz, an der östlichen Grenze Deutschlands. Dort hat man die Grenzlage bewusst in das Schulkonzept einbezogen, Polnisch ist eine der Fremdsprachen. Gibt es das bei Ihnen in Aachen auch?

Ortmanns: Die Grenzlage fließt bisher eher weniger ein, wir haben zwar Französisch und nicht Russisch als zweite Fremdsprache, aber z.B. mit den niederländischen Waldorfschulen, die ganz in der Nähe sind, gibt es wenig Kooperation. Die belgischen sind eher weiter weg. Zwischen den Städten bestehen hier auch generell nicht so viele Kontakte. Beim Wohnen spielt die Grenzlage aber eine wichtige Rolle. Viele Eltern und Lehrer kommen jeden Tag von der anderen Seite der Grenze zur Schule. Da wird es sehr schnell ganz ländlich und der Wohnraum ist auch erschwinglicher als in Deutschland. Dieses Wohnen gehört hier zur Lebensqualität, das möchte man dann nicht mehr missen. Ich würde von hier auch nie wegziehen...

Um nochmal auf die Projekte der Schule zurückzukommen: Gibt es denn außer der Zweizügigkeit noch weitere Vorhaben?

Ortmanns: Schon von der Gesetzeslage her müssen wir uns mit dem Thema Inklusion befassen, wir haben eine Gruppe gebildet, die ein Konzept dafür entwickeln soll. Wir haben ja die Parzival-Schule mit auf dem Gelände, das ist eine heilpädagogische Schule, mit der stimmen wir uns jetzt schon ab, wenn Kinder Förderbedarf haben.

Das ist aber praktisch, dass bei Ihnen eine heilpädagogische Schule direkt auf dem Gelände ist, da können Sie gut kooperieren. Was mir auf der Homepage Ihrer Schule noch aufgefallen ist: ein großer Kongress zum Erbe Karls des Großen und zu Europa, der demnächst an Ihrer Schule stattfindet und das Benefizkonzert.

Ortmanns: Veranstalter des Kongresses ist die Anthroposophische Gesellschaft, die von uns unterstützt wird. Ich meine, die Idee dazu kam aus Holland. Karl der Große ist ansonsten natürlich im Heimatkundeunterricht ein wichtiges Thema.

Das Benefizikonzert ist eine Aktion unserer Schule, es findet zum dritten Mal statt. Das macht uns viel Spaß, es ist das Gegenstück zum Bazar. Damit wollen wir einerseits Geld einnehmen, andererseits auch junge Leute ansprechen. Auf die Idee kamen wir, als ein Chor aus Prag bei uns zu Gast war. Wir haben spontan aus dem Auftritt ein Musikfestival gemacht. Die Idee kam so gut an, dass wir es in unser Veranstaltungsrepertoire aufgenommen haben. Die Schüler werden an der Vorbereitung beteiligt. Auch unter dem Gesichtspunkt der Öffentlichkeitsarbeit ist das sehr wirkungsvoll. Wir bekommen immer wieder gesagt: Das ist mal eine ganz andere Veranstaltung, als man sie von Waldorfschulen sonst so kennt.

Dann wünschen wir Ihnen viel Spaß bei dem Musikfestival und auch weiterhin viel Erfolg bei all Ihren Vorhaben!

(Fotos: Freie Waldorfschule Aachen, Ralf Roeger)

Auszeichnung für Waldorf-Pioniere der Inklusion

Foto: Kay Michalak

(CU) „Jubeln Sie mit uns – Wir sind Preisträger!" heißt es auf der Homepage der Waldorfschule Emmendingen anlässlich der Verleihung des Jakob Muth-Preises im Mai diesen Jahres. Die Waldorfschule, an der bereits seit 20 Jahren Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen, erhielt als eine von vier deutschen Schulen den Preis, der von der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, der Bertelsmann Stiftung und der Deutschen UNESCO-Kommission verliehen wird. Er soll positive Beispiele für gemeinsamen Unterricht bekannt machen und Schulen in ganz Deutschland zur Nachahmung anregen. Beworben hatten sich 60 Schulen und fünf Schulverbünde.

„Das Wichtige an der Preisverleihung ist vor allem, dass die Wertschätzung für die Inklusion dadurch steigt und auch das Renommée der Waldorfschulen insgesamt, denn es ist das erste Mal, dass eine Waldorfschule diesen Preis bekommt“, betont Michael Löser, der Geschäftsführer der Emmendinger Waldorfschule. Die Emmendinger Schule überzeugte die Jury mit ihrem inklusiven Konzept: „Der gleichberechtigte Fokus auf künstlerisches, kognitives und praktisches Lernen bietet eine besonders gute Voraussetzung für das gemeinsame Lernen aller Kinder und Jugendlichen“ heißt es in der Presseerklärung der Bertelsmann Stiftung dazu.

Zurzeit besuchen 280 Schülerinnen und Schüler in den Klassen eins bis zwölf die Schule; darunter 40 SchülerInnen mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten (geistige Entwicklung, körperlich-motorische Entwicklung und emotional-soziale Entwicklung). Sie alle leben und lernen gemeinsam auf der Grundlage der Waldorfpädagogik. Entsprechend ihrem Motto „Es ist normal, verschieden zu sein“ hat sich die Schule vor kurzem ganz bewusst entschieden, ihren Namen zum Schuljahr 2015/16 von „Integrative Waldorfschule Emmendingen“ in „Waldorfschule Emmendingen“ zu ändern. Dann drückt der Name aus, was im Mittelpunkt steht: „eine Schule für alle Kinder!“, so heißt es auf der Homepage.

Wie an Waldorfschulen üblich, führen die KlassenlehrerInnen ihre Klasse acht Schuljahre lang, hier jedoch im Team gemeinsam mit HeilpädagogInnen, während die Klassen 9 bis 12 vom Oberstufenteam betreut werden. Insgesamt lernen die SchülerInnen 12 Jahre zusammen, von der ersten Klasse bis zum Waldorfabschluss. Im 12. Schuljahr gibt es außerdem die Möglichkeit, den Realschulabschluss abzulegen. Im Anschluss an das 12. Schuljahr kann in einem 13. Schuljahr in Kooperation mit einer benachbarten Waldorfschule das Abitur erworben werden.

Die große Freude an der Emmendinger Waldorfschule über die Preisverleihung ist auch vor dem Hintergrund verständlich, dass der Schule von staatlicher Seite bisher eher Steine in den Weg gelegt worden sind. 2009 musste die Schule ihre Anerkennung als integrative Schule gerichtlich durchsetzen. Und die Preisverleihung ändert auch nichts daran, dass sich die Schule am 9. Juli erneut vor Gericht auseinandersetzen muss. Vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg geht es in zweiter Instanz um eine Zuschusskürzung aus dem Jahr 2009, die pro Jahr zu einer Lücke von 70.000 EUR im Haushalt der Schule geführt hat. Das Verwaltungsgericht Freiburg hatte 2012 das Land verpflichtet, neu über die Zuschüsse zu entscheiden. Gegen dieses Urteil hat die grün-rote Landesregierung Berufung eingelegt.

Abenteuer Biene – Lernen mit Begeisterung

Fotos: Mellifera e. V.

(CMS) In Biologie, Chemie und Physik, in Mathematik, Geschichte und Sozialkunde oder aber fächerübergreifend ist die Biene und ihre komplexe Lebensform ein spannendes und faszinierendes Thema. Kinder und Jugendliche können durch eigene oder gemeinsame Beobachtung und durch die Arbeit mit den Bienen Zusammenhänge zwischen Biene, Mensch und Natur selbst entdecken und verstehen. Die essenzielle Bedeutung der Bienen für den Erhalt der biologischen Vielfalt wird unmittelbar erfahrbar.

Um dies möglichst vielen Schulkindern zu ermöglichen, setzt sich der Mellifera e. V. seit seiner Gründung im Jahr 1985 dafür ein, dass junge Menschen Erfahrungen in der Arbeit mit Bienen machen und sich mit dem Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auseinandersetzen können. Im Rahmen der Initiative "Bienen machen Schule" bringt Mellifera PädagogInnen und ImkerInnen zusammen, die in Kindergarten oder Schule, in Umweltzentren, Bienen-AGs, der offenen Kinder- und Jugendarbeit oder im Imkerverein mit Bienen arbeiten. Die dazugehörige Internetseite bietet Unterrichtsmaterial und andere vielfältige Unterstützung für fächerübergreifende, erlebnisbezogene Pädagogik. Dazu gehören Links, Downloads und ebenfalls eine google-gestützte Karte, die das Netzwerk der erfahrenen PädagogInnen sichtbar macht.

Vom 10. bis 12. September 2015 findet dazu eigens die Tagung "Bienen machen Schule" in der Freien Waldorfschule Tübingen statt. Unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Kultusministers Andreas Stoch bringen 22 ReferentInnen ihre Erfahrungen aus der Praxis ein, um Konzepte zur Integration der Biene in den Schulunterricht und die außerschulische Bildung zu vermitteln. Die TeilnehmerInnen erhalten Arbeitsanleitungen und Vorschläge für Unterrichtseinheiten rund um die Themen Bienen, Blüten und Biodiversität und können darüber hinaus Einblicke in die praktische Arbeit einer Schulimkerei erwerben. Weitere Infos und Anmeldung hier einsehbar.

Wer gerne selbst noch mehr tun möchte, um Bienen zu schützen, kann bei der neu ins Leben gerufenen Crowdfunding-Kampagne „Bienen als Umweltspäher“ aktiv werden. Mit den Spenden sollen zehn Bienenvölker mit neuartigen Sensoren ausgestattet werden, um die subtilen Reaktionen der Bienen auf Pestizide zu erfassen und über das Internet zu melden. Der international bekannte Neurobiologe Prof. Dr. Randolf Menzel hat dafür ein völlig neues Verfahren entwickelt, so dass Tausende von Bienen die gefährliche Ausbringung von Pestiziden aufspüren können. Langfristig soll auf diese Weise ein deutschlandweites Netz von Umweltspäher-Stationen aufgebaut werden, die innerhalb von Minuten Alarm schlagen, wenn schädliche Pestizide ausgebracht werden. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass die gesammelten Daten der Umweltspäher endlich die objektiven Befunde liefern, damit die politischen Entscheidungsträger die Pestizidbelastungen in unserer Umwelt nicht mehr ignorieren können!

Stipendien für WaldorflehrerInnen zu vergeben

Foto: Sommerakademie Alfter

(CU) Zehn Stipendien für die Teilnahme an der Alanus Sommerakademie in Alfter werden vom Alanus Forum e.V. in diesem Jahr an WaldorfpädagogInnen und -erzieherInnen vergeben. Das Forum als Veranstalter der Akademie möchte so „die schöpferische, (re)kreative Arbeit derjenigen fördern, die alltäglich mit viel Kraft und Engagement die Entwicklung von Kindern unterstützen“, heißt es in einer Mitteilung dazu. Der Dialog der Künste und Generationen während der Sommerakademie Alfter „öffne einen schöpferischen Raum fern vom Alltag", der fruchtbar auf diesen zurückwirken könne. Kunst vertiefe die Wahrnehmung, belebe die Sinne und führe hin zu neuen Ufern.

Die 26. Sommerakademie findet vom 19. Juli bis zum 15. August in den Ateliers der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und des Alanus Werkhauses in Alfter bei Bonn statt. „Landüber“ ist ihr Motto, neben den altbewährten Kursen in den Bildenden Künsten gibt es nach Angaben des Forums auch viel Neues zu entdecken. Die Performancekünstler Cool Diabang und Sonja Kandels begleiten z.B. das Schaffen im Atelier und laden ein zu einer Performance mit Gesang und Malerei. Breit gefächerte musikalische Angebote, herausfordernde Formate und auch Maskenbau setzen neue Akzente. Am 22. Juli hält Prof. Wolf-Ulrich Klünker einen Vortrag zum Thema „Die Kunst als Ich-Form der Wirklichkeit“.

Kontakt: Stefanie Gather

Noch freie Plätze an den Waldorf-Berufskollegs

Foto: Charlotte Fischer, Copyright: BdFWS

(CU) An den Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen sind noch Plätze zum neuen Schuljahr zu vergeben. Darauf weist der Sprecher der Berufskollegs, Thomas Freitag, in einer Pressemitteilung hin. Das Waldorf-Berufskolleg bietet nicht nur für die SchülerInnen der Waldorfschule eine Alternative zum Gymnasium. Auch AbsolventInnen anderer Schulen können sich für den berufsorientierten Bildungsweg bewerben.


Von den sechs Berufskollegs hat jedes seinen eigenen Schwerpunkt.
 Während in Haan-Gruiten der Fokus auf der Technik liegt, setzen die Schulen in KölnBielefeld, Borchen und Velbert ihren Schwerpunkt auf Gesundheit und Soziales. In Sankt Augustin können sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema Gestaltung widmen.

Das Waldorf-Berufskolleg verbindet in einer zweijährigen, berufsorientierten Ausbildung kognitives Lernen und berufliche Praxis miteinander und schließt mit der Allgemeinen Fachhochschulreife ab.
 Voraussetzung für die Aufnahme am Waldorf-Berufskolleg ist die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Falls ein Kolleg darüber hinaus noch eigene Kriterien hat, sind sie auf der jeweiligen Internetseite zu finden. Die Allgemeine Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an Fachhochschulen und ist nicht an eine Fachrichtung gebunden. Auch das Abitur oder eine (verkürzte) Berufsausbildung können im Anschluss daran gemacht werden.

Für Prof. Peter Schneider, einen der Initiatoren der Berufskollegs, knüpft die Waldorfschule damit an ihren ursprünglichen pädagogischen Reformimpulsen an: „Rudolf Steiner wollte eine Schule, die auf das Leben vorbereitet. Dazu gehört auch die praktische Arbeit, was heute zunehmend aus dem Blick gerät.“ Steiner habe in der Arbeit einen wichtigen individuellen, aber auch sozialen Erfahrungsprozess gesehen: Arbeit als ein Tun für Andere. Dabei gelte es, Lernen und Arbeiten auf allen Stufen kontinuierlich miteinander zu verbinden, betont Prof. Schneider, emeritierter Hochschullehrer der Universität Paderborn und der Alanus Hochschule, in einer Pressemitteilung des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS).

Eine neue Forschungsstelle für Waldorf-Arbeitspädagogik/Berufsbildung und ein Kompetenzzentrum an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft sollen jetzt die Kollegs beraten und diese Entwicklung wissenschaftlich begleiten. Die Forschungsstelle wurde vor kurzem auf einer bundesweiten Tagung der Waldorf-Berufskollegs in der Rudolf Steiner Werkgemeinschaft e.V. Schloss Hamborn in Borchen/Westfalen vorgestellt

Ein weiteres Berufskolleg findet sich in Berlin, dort bietet die Emil-Molt-Akademie als ältestes der Waldorf-Berufskollgs sieben verschiedene Bildungsgänge im Bereich Wirtschaft und Sozialwesen an.

Bund der Freien Waldorfschulen e.V. | Wagenburgstraße 6 | D-70184 Stuttgart | Telefon: +49 (0)711 21042-0 | Telefax: +49 (0)711 21042-19 | E-Mail: bund@waldorfschule.de |