Waldorfschulen im PISA-Test

Die Zufallsstichprobe für die Erhebung der internationalen PISA-Studien erfasst alle Schulen in Deutschland, also auch die Waldorfschulen. Bei den vergangenen PISA-Erhebungen wurden jeweils auch Waldorfschulen für den Test gezogen und erhielten eine Einladung zur Teilnahme. Nach den dem BdFWS vorliegenden Informationen haben sich alle angesprochenen Schulen beteiligt.

Eine Sonderauswertung der Waldorfschulen in Deutschland findet allerdings nicht statt, so die Aussage des derzeitigen deutschen PISA-Koordinators, Prof. Manfred Prenzel, School of Education an der TU München (TUM). Die Untersuchungsergebnisse fließen vielmehr in die Gesamtheit aller getesteten Schulen mit ein. Die Sonderauswertung der Waldorfschulen wurde auf Nachfrage des BdFWS unter Verweis auf die zu hohen Kosten abgelehnt (anders als beispielsweise in Österreich, siehe "Naturwissenschaftlicher Unterricht" weiter unten).

Bei früheren PISA-Runden wurden jeweils 1.500 Schulen für den Ländervergleich gezogen. Seit 2009 umfasst die Stichprobe für den internationalen Vergleich nurmehr ca. 230 Schulen. Dadurch verringert sich proportional auch die Anzahl der getesteten Waldorfschulen.

Abschlüsse:

Wie BdFWS-Vorstandsmitglied Henning Kullak-Ublick auf der Jahrespressekonferenz 2012 des Verbandes in Berlin betonte, können die Waldorfschulen dem Vergleich mit den Schulen in staatlicher Trägerschaft auch mit Bezug auf ihre gemessenen Leistungen mit Blick auf ihre Prüfungsergebnisse sehr gut standhalten. Dies zeigten die Ergebnisse der zentralen Abiturprüfungen der letzten Jahre, bei denen die Waldorfschulen immer mindestens im Landesdurchschnitt und oft auf den ersten Plätzen zu finden gewesen seien, so Kullak-Ublick vor Journalisten.

Naturwissenschaftlicher Unterricht:

Einen Sonderfall stellt die PISA-Erhebung 2006 in Österreich dar, bei der alle österreichischen Waldorfschulen einbezogen und separat ausgewertet wurden. Diese Erhebung untersuchte vor allem die naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Die Waldorfschüler schnitten dabei besonders gut ab und lagen hinsichtlich ihres Interesses für die naturwissenschaftlichen Fächern nicht nur weit über dem Landes-, sondern auch deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Dies wurde in der Auswertung mit den als vorbildlich bezeichneten Methoden im Unterricht begründet, also dem phänomenologischen Naturwissenschaftsunterricht, der von den eigenen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler ausgeht. Der Bund der Freien Waldorfschulen hat auf der Leipziger Buchmesse 2012 zu diesem Thema eine Veranstaltung durchgeführt. Die Pädagogische Forschungsstelle im BdFWS stellt verschiedene Bücher zum naturwissenschaftlichen Unterricht an der Waldorfschule bereit.

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