Demokratiestärkung, Bildungsplattform, neuer Vorstand

Mitgliederversammlung des Bundes der Freien Waldorfschulen in Göttingen

Göttingen/Berlin (AL/NA): Auf seiner Mitgliederversammlung am 20. und 21. März im großen Saal der Freien Waldorfschule Göttingen hat der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) einen neuen Vorstand gewählt. Außerdem verabschiedeten die Schulträger den Haushalt 2026/27, berieten über neue Projekte und Vereinbarungen zu Qualitätsstandards und bekannten sich zur institutionellen Aufarbeitung von Gewalt.

Wahl des Bundesvorstands
Neu in den Bundesvorstand gewählt wurden Erasmus Spitta aus Berlin, Florian Stille aus Kassel und René Walter aus Greifswald, alle drei Lehrkräfte, die ihre langjährige Expertise einbringen werden. Für eine weitere Amtszeit als Vorstand gewählt wurden Nele Auschra, Hans Hutzel, Susanne Piwecki und Stephanie Sell, die sich alle vier im letzten Jahr intensiv mit der Transformation von Verband und Bildung beschäftigten. Die Mitgliederversammlung würdigte die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Wilfried Bialik, Stefan Grosse und Eva Wörner. 

Demokratiestärkung und Bildungsplattform
Mit großer Mehrheit beschlossen die Mitglieder die Finanzierung von zwei großen Vorhaben: „Demokratiekultur in Schule“, ein umfassendes Projekt zur Stärkung der demokratischen Bildung an Waldorfschulen. „Die besonderen Stärken der Waldorfpädagogik – ganzheitliches Erleben, langfristige Klassengemeinschaft, Epochenunterricht – werden dabei gezielt für demokratisches Lernen nutzbar gemacht“, führt Vorstandsmitglied Hans Hutzel die Intention des Projekts aus.

Ebenfalls beschlossen wurde die Einführung der Onlineplattform „WiWa – Wissen@Waldorf“. Diese soll den knapp 8.000 Waldorf-Lehrkräften eine Mediathek mit kuratierten Unterrichtsmaterialien sowie Raum für Vernetzung und Kommunikation bieten. 

Verankerung von institutioneller Aufarbeitung 
Die Mitgliederversammlung befasste sich außerdem mit der Frage, wie Waldorfschulen ihre Präventions- und Schutzkonzepte weiter stärken können. Die vom Bundesvorstand vorgestellte Beschlussvorlage mit dem Ziel, die institutionelle Aufarbeitung von Gewalt an Waldorfschulen verpflichtend zu verankern, wurde mit großer Mehrheit bestätigt. Damit wurde auch das Engagement der scheidenden Vorständin Eva Wörner gewürdigt, die betont: „Unsere Schulen sollen Aufarbeitung als Selbstverständlichkeit anerkennen. Dazu wollen wir sie in die Lage versetzen, bei bestätigten Fällen von Gewalt professionell zu handeln.“ 

Inhalte, Entwicklungen und Erfolge
Weiterhin informierte der Rat Lehrer:innenbildung über die Entwicklung der Lehrer:innenbildung. Ziel ist es, diverse Aus- und Fortbildungsarten zu bewerten und zu vereinheitlichen. Bis 2028 soll der Prozess der Transformation in die Praxis umgesetzt werden. Im Rahmen des Vorstandsberichts konnten die Mitglieder feststellen, wie vielfältig die Arbeit des Bundesvorstandes ist. Der zuletzt amtierende Vorstand berichtete von Entwicklungen und Erfolgen bei den Bereichen Schlichtungsstelle, Waldorf am ganzen Tag, Verbandsorgan Erziehungskunst, Zusammenarbeit mit dem Anthropoi Bundesverband, durchgeführte und geplante wissenschaftliche Studien an Waldorfschulen, Schulsozialarbeit, Gründungsberatung, Schulen im Aufbau und dem European Council of Waldorf Steiner Education. Aus der Pädagogischen Forschungsstelle im Bund der Freien Waldorfschulen wurde über laufende Promotionsvorhaben am Graduiertenkolleg informiert, auf die aktuellen Buchneuerscheinungen hingewiesen und es wurden neue Lehrmittel vorgestellt. Der Haushalt wurde wie vorgelegt verabschiedet. 

 

Über den Bund der Freien Waldorfschulen e.V. (BdFWS)
Der Bund der Freien Waldorfschulen e.V. (BdFWS) ist die föderative Vereinigung der 258 deutschen Waldorfschulen. Er nimmt gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr und berücksichtigt zugleich die Autonomie der einzelnen Schulträger. Aktuell besuchen fast 91.000 Schüler:innen eine Waldorfschule in Deutschland. Mehr unter waldorfschule.de.

Kontakt: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bund der Freien Waldorfschulen e.V., pr[at]waldorfschule.de.

Der neue Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen (v.l.n.r.): Nele Auschra, Florian Stille, Susanne Piwecki, Erasmus Spitta, Stephanie Sell, Hans Hutzel, René Walter (Copyright A. Lonnemann)